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Ernährung von Höckerschildkröten

Für die optimale Entwicklung scheint die richtige und abwechslungsreiche Ernährung das wichtigste Kriterium in der Haltung für Höckerschildkröten zu sein.

 

Von was ernähren sie sich in der Natur?

 

Graptemys sind omnivor. Das bedeutet, dass sie Allesfresser sind und Tierisches und Pflanzliches zu sich nehmen. Die meisten Arten sind aber eher auf der karnivoren Seite und ernähren sich mehr von Tierischem.

 

Grundsätzlich verzehren sie hauptsächlich Insekten, Larven, Mollusken und Algen. Je nach Geschlecht und Art unterteilt sich das Nahrungsspektrum nochmals deutlich.

Alle männlichen Graptemys ernähren sich hauptsächlich von Insekten und deren Larven, aber sie nehmen auch Pflanzen, kleine Krebse, sessile Lebewesen und kleine Schnecken auf. Schmalköpfige Weibchen (G. ouachitensis, G. sabinensis, G. oculifera, G. flavimaculata & G. nigrinoda) grasen vermehrt an Aufwuchs (Algen & sessilen Lebewesen) und verzehren ebenfalls Insekten, Krebse, kleine Schnecken, Muscheln und Pflanzen. Breitköpfige Weibchen (G. barbouri, G. ernsti, G. pulchra, G. gibbonsi & G. pearlensis) fressen eigentlich nur hartschalige Beutetiere (Mollusken). Die intermediären Weibchen (G. geographica, G. pseudogeographica, G. versa & G. caglei) sind ebenfalls sehr molluskivor, aber bereichern ihr Nahrungsspektrum auch durch das der schmalköpfigen Weibchen. Sie ernähren sich je nach Lebensraum somit am vielfältigsten.

Mit ihren Hornschneiden raspeln die schmalköpfigen Weibchen Aufwuchs von Steinen und Ästen ab.

Folgende Nahrungsspektren wurden bei G. pseudogeographica, G. ouachitensis, G. oculifera, G. flavimaculata, G. nigrinoda, G. caglei und G. versa nachgewiesen (in Ernst & Lovich 2009, Lindeman 2013):

Insekten (Adulte und Larven): Köcherfliegen, Eintagsfliegen, Steinfliegen, Schlammfliegen, Ameisen,  Käfer, Groß- und Kleinlibellen, Schnabelkerfen, Schmetterlinge, Heuschrecken, Zünsler, Wanzen, Wespen und Mücken.

 

Mollusken: verschiedene Schnecken und Muschelarten.

 

Sessile (festsitzende) Tiere:

Süßwasserschwämme, Moostiere (Bryozoen) und Kelchwürmer.

 

Weitere Nahrung:

Regenwürmer, Egel, Wenigborster, alle Arten von Krebstieren, dazu gehören auch Asseln, Springschwänze, Spinnen, Wanzen und Süßwassermilben.

 

Selten werden tote Fische, Echsen und Vögel gefressen.

 

Wenn Höckerschildkröten bei hohen Wassertemperaturen nicht genug tierische Nahrung finden, weichen sie auf Pflanzliches aus. Hauptsächlich sind es dann verschiedene Arten von Grünalgen. Höhere Pflanzen sind nicht in allen Bereichen der Flusssysteme vertreten. Bekannte Pflanzen in der Ernährung bei Graptemys sind: Tausendblatt, Wasserpest, Nixenkräuter, Vallisnerien, Pfeilkraut, Wasserlinsen, Blüten der Amerikanischen Ulme, Hornkraut, Haarnixen, Zyperngräser, Schwaden, Vogelknöteriche, Laichkräuter und Trauben.

Im Prinzip lässt sich diese Nahrungsweise in Menschenobhut ganz gut imitieren, abgesehen von den sessilen Tieren natürlich. Es gibt aber durchaus auch Futter, das sie zwar in der Natur nicht bekommen, aber trotzdem gut für sie ist. Auch Futtersorten die aus dem Meer stammen können Verwendung finden (Roddewig 2013, 2015).

 

Höckerschildkröten sind bei der Ernährungsweise durchaus anpassungsfähig, diese kann sich bei ein und den gleichen Arten deutlich zwischen den bewohnten Lebensräumen unterscheiden. Das zeigen einige Beispiele von wildlebenden Höckerschildkröten. Bei Graptemys ouachitensis und Graptemys pseudogeographica wurde nachgewiesen, dass sie sich im Kentucky Lake fast nur tierisch und von Algen ernährten, während sie im Meredosia Lake am Illinois River, abgesehen von vielen Insektenlarven, sonst nur höhere Pflanzen zu sich nahmen (Lindeman 2013). Graptemys flavimaculata zeigt im Pascagoula River in Mündungsnähe eine besondere Vorliebe für Mollusken, dort sind auch die Köpfe der Weibchen mittelmäßig verbreitert. Nur 220 Kilometer Flussaufwärts am Leaf River, sind sie typisch schmalköpfig, da sie dort keine Muscheln verzehren (Selman 2012; Lindeman 2000, 2013). Graptemys nigrinoda ernährt sich im südlichen Verbreitungsgebiet hauptsächlich von sessilen Lebewesen und zu 40,4 Prozent von Algen, dies wurde in Mageninhalten festgestellt (Lahanas 1982, zit. in Blankenship et al. 2008). Deshalb sind die Kiefer der Männchen im Süden dementsprechend schmal. Weiter nördlich besitzen die Männchen dagegen breitere Kiefer, das deutet auf einen vermehrten Schneckenkonsum hin (Ennen et al. 2014).

 

Seitdem die Asiatische Körbchenmuschel (Corbicula) und die Zebramuschel (Dreissena) in den fünfziger Jahren in den Lebensräumen der Höckerschildkröten eingeschleppt wurden, hat sich zwischenzeitlich bei vielen Graptemys-Arten die Ernährungsweise umgestellt, manche haben sich sogar darauf spezialisiert. Der größte nahrungsspezifische Wandel ist bei adulten Graptemys versa Weibchen dokumentiert. Sie fraßen in den Vierzigern noch überwiegend native Muscheln, Larven, Schwämme, Bryozoen, sowie Algen. Nur fünf Jahrzehnte später sind sie fast ausschließlich auf die asiatischen Muscheln umgestiegen (Lindeman 2006 a, b). Diese Umstellung im Nahrungsspektrum hatte während den 50 Jahren keine Auswirkungen in Bezug auf die Körpergröße und Gelegegröße bei den Weibchen (Lindeman 2005).

 

In der Natur wird das Angebot an Nahrung natürlich auch jahreszeitlichen Schwankungen unterliegen und dementsprechend stark variieren. Männliche Graptemys caglei fressen in den Wintermonaten so gut wie nur noch Köcherfliegenlarven, da auch kaum noch etwas anderes zur Verfügung steht. Im Sommer ernähren sie sich aufgrund der gesteigerten Nahrungsvielfältigkeit wieder abwechslungsreicher (Craig 1992, in Lindeman 2013).

Was füttern?
 

Anbieten können wir unseren Höckerschildkröten Trockenfutter, Frostfutter, Lebendfutter und Pflanzliches. Auf ein praktisches Alleinfutter kann leider nicht zurückgegriffen werden. In Reihenfolge ist insbesondere Lebendes die beste Wahl im Futterspektrum für unsere Tiere, gefolgt von Frostfutter. Der Nachtteil von Trockenfutter ist, dass es erstens zu steril ist, oft aus Abfällen der Lebensmittelindustrie besteht, von den Inhaltsstoffen nicht sehr wertvoll ist - außer es ist supplementiert - und zu wenig Ballaststoffe enthält.

 

Die meisten Arten, Männchen und Weibchen, nehmen jegliches Futter gerne an, sofern sie nicht jahrelang einseitig ernährt wurden. Auch Pflanzliches wird von manchen Tieren mehr oder weniger gerne angenommen. Besonders bei den schmalköpfigen Weibchen steigt der Bedarf an Pflanzlichem mit zunehmendem Alter, hier muss man einfach ausprobieren. Die breitköpfigen Weibchen nehmen kaum pflanzliches oder zu kleines tierisches Futter zu sich. Sie wollen auch in Menschenobhut natürlich alle Arten von Schnecken, Muscheln und große Garnelen fressen. Jungtieren kann man noch recht kleine Futtersorten anbieten, wie beispielsweise Artemia. Ausgewachsene Schildkröten können diese winzigen Dinger nicht mehr wahrnehmen. Den Jungtieren gebe ich trotzdem, wie bei den Adulten, größere Futterbrocken, damit sie mit dem Zerkleinern eine Weile beschäftigt sind.

Kalzium:

Sepia-Schulpen

Schildkröten haben durch ihren Panzer eine viel größere Knochenmasse als andere Wirbeltiere und sind auf eine kalziumreiche Fütterung angewiesen. Die Weibchen brauchen während der Legesaison besonders viel Kalzium, damit sie die Schale ihrer Eier bilden können. Steht zu dieser Zeit nicht genug Kalzium zur Verfügung, wird der erforderliche Kalk aus der Knochenmasse entzogen.

 

In der Natur nehmen Schildkröten viel Kalzium und wenig Phosphor zu sich, das im Verhältnis von mindestens 2-3:1 (Meier 2007), oder sogar von 4:1 steht (Wiedemann 2010). Empfohlen wird ein Verhältnis von mindestens 1,5-2:1. Phosphor ist grundsätzlich zwar nicht unbedingt schädlich, aber eine Überversorgung mit Phosphor würde Kalzium aus dem Körper entziehen. Woher Graptemys das erforderliche Kalzium in der Natur nehmen, ist aufgrund der unterschiedlichen Nahrungsgewohnheiten der bestimmten Arten noch nicht geklärt. Eigentlich müsste man annehmen, dass sie Kalk aus den Gehäusen der Schnecken und Muscheln nehmen, aber nicht alle Graptemys fressen besonders viele hartschalige Beutetiere und wieviel Kalzium tatsächlich durch die Schalenfragmente im Verdauungstrakt aufgenommen wird, ist auch noch nicht bekannt (Lindeman 2013). Bertl & Killebrew (1983) berichten von G. nigrinoda, G. flavimaculata, G. versa und caglei Weibchen, bei denen während der Eiablagezeit die Rippenschilde nicht komplett verhärtet waren. Bei Männchen und jungen Weibchen stellten sie eine normale Festigkeit am Panzer fest. Das zeigt, dass auch in der Natur nicht alles so läuft wie es sein soll. Dazu muss es in Menschenobhut nicht kommen und gerade deshalb sollte neben der eigentlichen Fütterung zusätzlich immer Kalk zur Verfügung stehen. Das geht am besten mit Sepia-Schulpen, damit können die Schildkröten dann selbst entscheiden, wann sie ihren Kalziumbedarf decken müssen. Möglich sind auch Eierschalen. Es ist allerdings umstritten, ob sie den darin enthaltenen Kalk überhaupt verwerten können; ich verfüttere diese darum nicht. Bei den kleineren Männchen ist die Kalziumversorgung nicht so gravierend, weil ihr Kalziumbedarf meist durch die Fütterung von Krebstieren und ähnlichem bereits gedeckt wird. Jedenfalls habe ich noch nie ein Männchen an Sepia knabbern sehen. Dem Anschein nach, können Wasserschildkröten auch den Kalk aus dem Wasser aufnehmen, das ist aber nicht wissenschaftlich bewiesen (Pfau & Wiechert 2003). Eine weitere sehr gute Möglichkeit zur Kalkversorgung, öffnet sich mit der Idee etwas Muschelgrit als Bodengrund einzubringen (Wapelhorst 2013). Ein häufiges Anzeichen für Kalziummangel zeigt sich durch vermehrtes Bodengrundfressen. Gelegentlich wird dabei aber auch etwas Sand mit aufgenommen, das normalerweise keine gesundheitlichen Folgen mit sich zieht.

Pascagoula-Höckerschildkröte beim Verzehr einer Weinbergschnecke. Das Gehäuse wurde gleich mit einem ‘schwubs ‘ der Vorderbeine entfernt und wird meistens nicht mitgefressen.

Wo füttern?

 

Höckerschildkröten können, anatomisch bedingt, Futter nur im Wasser hinunter schlucken. Also immer alles direkt ins Wasser geben. Dabei sollte sämtliches Futter möglichst gut im Becken verteilt werden, damit sie einige Zeit zu suchen haben.

Wie oft füttern:

 

Prinzipiell können oder sollten Höckerschildkröten während der aktiven Monate täglich gefüttert werden. Durch ihr lebhaftes Wesen und den Drang, sich möglichst oft zu sonnen, haben sie sicherlich auch einen relativ hohen Stoffwechsel. Dies ist ein wichtiger Aspekt, vor allem bei den Weibchen, die während der kräfteraubenden Eiproduktion besonders viel Energie verbrauchen. Natürlich ist das Füttern auch ein Tageshighlight für eine Schildkröte in Gefangenschaft und gerade deshalb bin ich auch kein Freund von den oft empfohlenen Fastentagen. Tägliches füttern bringt nicht nur mehr Abwechslung im Nahrungsspektrum, sondern auch in ihrem Leben als Haustier. Auch in der Natur wird es zwar Tage geben, an denen sie nur wenig Nahrung finden, aber kaum ein Tag wird vergehen, an dem sie kein Futter finden. Außerdem muss Nahrungsknappheit nicht imitiert werden. Mir sind speziell bei Graptemys einige Fälle bekannt, wo Tiere durch zu sparsames Füttern sogar verkümmert sind. Es ist sicherlich nicht einfach diesen Schildkröten alle notwendigen Vitamine und Mineralien zu bieten und wie sollten sie diese in ausreichender Menge bekommen, wenn man sie nur alle paar Tage füttert? 

Meine Tiere bekommen in den Sommermonaten mindestens einmal täglich etwas zu fressen, außer im späten Oktober und November oder falls ich sie am Tag zuvor doch einmal überfüttert hatte oder zu wenig Zeit habe.

Gelegentlich wird auch mal Futter übersehen, wie man an dem Stück Gammarus auf dem Kopf der Schwarzknopf-Höckerschildkröte erkennen kann.

Wieviel füttern?

 

Das ist schwierig zu beantworten. Man muss ein gewisses Gefühl dafür bekommen, das man nach einer gewissen Zeit sicher hat. Wenn man zu viel gefüttert hat und sie richtig satt sind, werden sie träge und hängen dann oft irgendwo herum und ruhen sich aus, während sie bei normaler Fütterung weiterhin lebhaft bleiben. Am besten ist es, wenn man ihnen von Tag zu Tag unterschiedliche Mengen Futter gibt. Der Grat zwischen zu viel und zu wenig Futtermenge ist trotzdem leider nicht sehr hoch. Graptemys wachsen zwar nicht so schnell, wie vergleichsweise Schmuckschildkröten, dennoch sollte man Jungtiere bei der Aufzucht ab und zu wiegen und messen, obwohl es die meisten Höckerschildkröten hassen, wenn sie aus dem Wasser genommen werden. Wenn sie dann zu schnell gewachsen sind, etwas weniger füttern und wenn sie kaum zugenommen haben, etwas mehr füttern. Wachstumsschübe treten im Frühjahr auf und sind völlig normal.

 

Die bewährte Kopfregel, bei der Schildkröten täglich so viel Futtermenge bekommen, die der Kopfgröße entspricht, kann bei Höckerschildkröten nicht herangezogen werden, da erstens: sich die Kopfgröße stark bei den Arten unterscheidet und es bei Graptemys eigentlich nur wenige Arten mit mittelmäßiger Kopfgröße gibt, und zweitens: diese Menge meiner Ansicht nach, viel zu wenig wäre. Schmalköpfige Arten können locker die vierfache Kopfgröße in pflanzlicher Menge vertilgen und ein breitköpfiges Weibchen verdrückt beispielsweise eine Riesengarnele, die noch größer als ihr großer Kopf ist. Satt sind sie nachdem allerdings noch nicht. Auch die Zehn-Minutenregel ist nicht wirklich brauchbar, weil hier die großköpfigen Arten in zehn Minuten eine Futtermenge ihrer Panzergröße verschlingen könnten.

Bei Jungtieren ist das Wachstum individuell und hängt nicht nur davon ab, wieviel und wie oft man füttert, sondern auch wie flink sie sind, wie oft sie sich sonnen und allgemein wie sie veranlagt sind. Bei G. nigrinoda ist beschrieben wie schnell sie in der Natur wachsen. In menschlicher Haltung wachsen sie für gewöhnlich und vor allem im ersten Jahr etwas schneller. Das ist auch okay, solange es im Rahmen bleibt. Als Richtwert für Männchen gilt ein Gramm pro Woche während der aktiven Monate (März bis Oktober). Bei Weibchen geschieht das normalerweise (wie auch in der Natur) etwas schneller. Bei meinen Weibchen kann ich einen jährlichen Zuwachs von durchschnittlich 60 - 100 Gramm beobachten.

Schmalköpfige Weibchen, wie diese Gelbflecken-Höckerschildkröte, pieken jedes noch so kleine Algengräschen von den Ästen.

Kann man in den Urlaub fahren?

 

Ja das geht. Im Winter sowieso, weil dann die Höckerschildkröten normalerweise in der Winterstarre sind.

 

Während der aktiven Jahreszeit kommt es darauf an, wie lange der Urlaub dauert. Wenn er nur eine Woche dauert, können Höckerschildkröten auch einmal ohne Futter auskommen. Ich halte das aber für nicht unbedingt empfehlenswert, daher wäre es besser, wenn sie von Freunden oder Verwandten gefüttert werden. Bei einem zwei- oder drei- Wochen-Urlaub sollte jemand die Schildkröten alle zwei bis drei Tage füttern. Wichtig ist, dass nicht zu viel gefüttert wird, damit es zu keinen Wasserproblemen kommt. Dazu kann etwas Trockenfutter in den Plastikdosen der Kinderüberraschungseier portioniert werden. Oder man schreibt auf, wieviele Teelöffel Futter ins Aquarium dürfen. Es hilft auch, wenn die Wasserheizung abgeschaltet wird, dann ist der Appetit nicht ganz so groß.

 

Was wenn es zu technischen Schwierigkeiten oder gesundheitlichen Problemen bei der Schildkröte kommt? Nun, man ist heute ja sowieso an fast allen Orten der Welt gut erreichbar, um für solche Notfälle dann dementsprechende Anweisungen geben zu können. 

Eine junge Barbours-Höckerschildkröte beim betteln.

Zu guter Letzt noch ein Tipp um die Scheue von Höckerschildkröten etwas zu vermindern, die ja bei manchen Exemplaren so schlimm ist, dass sie sich nicht einmal an die Oberfläche zum Fressen trauen. Das Füttern dieser Tiere wird gerade deshalb auch nie langweilig und ist teilweise eine echte Herausforderung. Mit viel Geduld und behutsamem Umgang sind aber auch solche Angsthasen an den Menschen zu gewöhnen, indem man ihnen kleine Leckerbissen zuerst mit einer langen Pinzette gibt. Manche lassen sich dann nach langer Zeit sogar aus der Hand füttern. Außerdem ist ein täglich gleicher Ablauf hilfreich. So lernen sie um Futter zu betteln und gewöhnen sich schnell an die Zeiten, an denen sie sich ungestört sonnen können und an denen gefüttert wird. Das reduziert die Nervosität dieser scheuen Tiere und macht die Haltung sowohl für die Schildkröte als auch für den Pfleger etwas einfacher. 

Großköpfige Weibchen lieber nicht mit der Hand füttern, sondern nur mit Pinzette ;-)

Auf den nachfolgenden Seiten ist zu sehen, welches Futter meine Höckerschildkröten regelmäßig bekommen. Es gibt aber noch viel mehr Möglichkeiten, immer wieder neue Futterartikel kommen auf den Markt und man sollte immer bestrebt sein, das noch bessere Futter zu finden.

Literatur:

 

Blankenship, E. L., B. P. Butterfield & J. C. Godwin (2008). Graptemys nigrinoda Cagle 1954 - Black-knobbed map turtle, Black-knobbed sawback. In A. G. J. Rhodin, P. C. H. Pritchard, P. P. van Dijk, R. A. Saumure, K. A. Buhlman & J. B. Iverson (Eds.). Conservation Biology of Freshwater Turtles and Tortoises: A Compilation Projekt of the IUCN/SSC Tortoise and Freshwater Turtle Specialist Group. Chelonian Research Mono-graphs No. 5.

 

Bertl, J. & F. C. Killebrew (1983). An osteological comparison of Graptemys caglei Haynes & Mckown and Graptemys versa Stejneger (Testudines: Emydidae). Herpetologica, 39(4), 375–382. 

 

Ennen, J. R., M. E. Kalis, A. L. Patterson, B. R. Kreiser, J. E. Lovich, J. C. Godwin & C. P. Qualls (2014). Clinal variation or validation of a subspecies? A case study of the Graptemys nigrinoda complex (Testudines: Emydidae). Biological Journal of the Linnean Society 111(4): 810–822.

 

Ernst, C. H. & J. E. Lovich (2009). Turtles of the United States and Canada. Second Edition. The Johns Hopkins University Press, Baltimore, Maryland.

 

Lindeman, P. V. (2000). Evolution of the relative width of the head and alveolar surfaces in map turtles (Testudines: Emydidae: Graptemys). Biological Journal of the Linnean Society 69:549–576.

 

Lindeman, P. V. (2005). Aspects of the life history of the Texas map turtle (Graptemys versa). – American Midland Naturalist 153 (2): 378–388.

 

Lindeman, P. V. (2006). Diet of the Texas map turtle (Graptemys versa): relationship to sexually dimorphic trophic morphology and changes over five decades as influenced by an invasive mollusk. Chelonian Conservation and Biology, 5(1), 25–31.

 

Lindeman, P. V. (2006). Zebra and quagga mussels (Dreissena sp.) and other prey of a Lake Erie population of common map turtles (Emydidae: Graptemys geograpica). Copeia, 2006(2), 268–273.

 

Lindeman, P. V. (2013). The Map Turtle and Sawback Atlas: Ecology, Evolution, Distribution and Conservation of the Genus Graptemys. Norman University of Oklahoma Press.

 

Meier, E. (2007). Falsche Landkarten- und Mississippi-Höckerschildkröten Graptemys pseudogeographica pseudogeographica & Graptemys p. kohnii. Münster: Natur und Tier - Verlag GmbH.

 

Pfau, B. & J. M. Wiechert (2003). Gedanken zur Fütterung von Wasserschildkröten. Emys, 10(4), 4–50. 

 

Selman, W. (2012). Intradrainage variation in population structure, shape morphology and sexual size dimorphism in the yellow-blotched sawback, Graptemys flavimaculata. Herpetological Conservation and Biology 7: 427–436.

 

Roddewig, E. (2013). Graptemys oculifera: Biologie, Haltung und Nachzucht der Pracht-Höckerschildkröte. Teil 2: Haltung, Überwinterung, Nachzucht, Aufzucht. Terraria Elaphe (5): 58–68.

 

Roddewig, E. (2015). Haltung und Zucht der Gattung Graptemys bei artgerechter Pflege in menschlicher Obhut - Teil 3. Sacalia 13(46), 34–41.

 

Wapelhorst, X. (2013): Nachzucht der Diamantschildkröte, Malaclemys terrapin. Reptilia, 104: 42–46.

 

Wiedemann, A. (2010). Untersuchung zur Bestimmung des Vitamin A-, D3- und E-Gehalts von Reptilienplasma. Unpublished thesis , Ludwig-Maximilians-Universität, München.

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