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Gartenteich

Eine Teichhaltung ist eigentlich nicht wirklich für Höckerschildkröten geeignet. Hier stelle ich aber meinen geschützten Teich vor, in dem mein Gelbwangen-Schmuckschildkröten-Männchen (Trachemys scripta scripta), bis auf die Winterstarre, lebt.

 

Im Prinzip kann ich mir vorstellen, dass hier auch Höckerschildkröten bis zur Überwinterung gehalten werden können. Allerdings nur die Arten, die in den USA weiter nördlich vorkommen, also die Landkarten-Höckerschildkröte (Graptemys geographica), die Falsche Landkarten-Höckerschildkröte (Graptemys pseudogeographica pseudogeographica) und die Ouachita-Höckerschildkröte (Graptemys ouachitensis). Mit allen anderen Graptemys-Arten würde ich auch in diesem Teich keine Versuche wagen.

Mein Teich fasst zirka 2000 Liter und ist an der tiefsten Stelle etwa 60 cm tief. Die auf dem Bild zu sehende Kokosfasermatte hat nur lächerliche zwei Jahre gehalten. Dann haben sich, durch die Verrottung, die ersten Löcher gebildet. Wäre die Schildkröte in so ein Loch hineingeschwommen, hätte sie vielleicht nicht mehr heraus gefunden und wäre ertrunken. Ich kann deshalb nur von Kokosfasermatten abraten. Es gibt stattdessen Böschungsmatten, falls man lieber eine griffige Oberfläche anstatt der glatten Teichfolie haben möchte.

Mittlerweile ist alles mit Wasserpest zugewuchert.

Um die Übergangsmonate im Frühjahr und Herbst zu überbrücken, ist über dem Teich, mit einfachen Lärchenlatten eine Art Dach gebaut, das wiederum mit einem Gitter überspannt ist. Somit ist er in erster Linie ausbruchssicher und ganz wichtig - auch kindersicher. Dies war von vornherein auch der Hauptgrund für diese Konstruktion. 

Im Frühjahr und Herbst wird zusätzlich eine Frühbeetfolie oder eine Tischfolie darüber gespannt. Durch die höheren Temperaturen des Treibhauseffektes, kann die Haltung meist bis Ende Oktober oder sogar bis Mitte November verlängert werden. Zusätzlich wird an kalten Tagen auch ein Halogenstrahler dazu geschaltet. Zu dieser Zeit nimmt mein Trachemys-Männchen sogar noch Futter an, bis er sich dann im November von selbst einwintert, d. h. er vergräbt sich im Teichschlamm. Vor dem ersten Frost fange ich ihn heraus und überwintere ihn kontrolliert mit den anderen Schildkröten. Er vergräbt sich zum Glück jedes Jahr an derselben Stelle.

Sobald im Frühjahr die Temperaturen einigermaßen stabil sind, hole ich ihn aus der Winterstarre und setze ihn gleich in den Teich. Die Frühbeetfolie bleibt meistens bis Mitte Mai darüber bzw. bis nach den Eisheiligen.

Seit ich mein Gelbwangen-Männchen auf diese Art und Weise halte, hat er seine Scheu komplett abgelegt. Zuvor wurde im Frühjahr eine Übergangshaltung im Haus praktiziert. Im Haus, also im Aquaterrarium, war er natürlich nicht scheu, im Gegenteil sogar sehr zutraulich. Sobald ich ihn dann im Mai oder Juni in den Teich übersiedelte, war er wie ausgewechselt und wir konnten ihn höchstens mal von der Ferne beobachten. Er hat sich das ganze Jahr absolut nie blicken lassen, nicht einmal beim Füttern.

Seitdem wir die ganzjährige Teichhaltung praktizieren, kommt er immer gleich bettelnd angeschwommen. Ähnliches berichtet Kalter (2012). Insgesamt war diese Konstruktion auch nicht teurer als ein anständiges Übergangsaquarium.

Buchtipp und Literatur:

 

Das einzige wirklich empfehlenswerte Buch für Schildkrötenteiche ist von Günter Kalter (2012): Freilandanlagen für Wasser- und Sumpfschildkröten. Edition Chimaira, Frankfurt.

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Befruchtete Eier von Graptemys nigrinoda, Graptemys oculifera, Graptemys flavimaculata und Graptemys gibbonsi  liegen im Inkubator. Weitere Infos gibt´s auf der Seite Eigene Nachzuchten.