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Graptemys Zuchtbücher

Zuchtbücher werden weltweit für bedrohte Tierarten geführt. Für einige Graptemys-Arten wurden 2014 erstmals Zuchtbücher ins Leben gerufen. Diese sollten das Weiterbestehen der in Europa vorhandenen Höckerschildkrötenpopulationen sicherstellen. Da es besonders bei den seltenen Arten kaum Importe gab und sich nur wenige Tiere davon reproduziert haben, sind diese Zuchtbücher mehr als sinnvoll. Es ist wichtig, dass zukünftige Zuchtgruppen koordiniert zusammengestellt werden, um einen genetischen Drift solange wie möglich hinauszuzögern.

 

Mittlerweile ist es leider so, dass bei vielen Graptemys-Arten kaum noch Tiere in Europa vorhanden sind und mit Importen von amerikanischen Zuchttieren nicht zu rechnen ist. Bei 10 von den 14 Graptemys-Arten gibt es in Europa laut unseren Recherchen weniger als 10 Blutlinien für die jeweilige Art. Das bedeutet, eine Inzucht und ein genetischer Verlust ist bei diesen Tieren nicht mehr zu verhindern. Glücklicherweise sind Reptilien nicht so anfällig  für Inzuchtdepressionen wie Säugetiere.

 

Trotzdem sollte man versuchen, möglichst blutsfremde Tiere oder Nachzuchten von Elterntieren, die genetisch noch nahe und somit möglichst unverfälscht von den ehemals importierten Ursprungstieren abstammen, zu bekommen, wenn man vorhat eine Zuchtgruppe zusammenzustellen.

 

Da vielfach nicht darauf geachtet wird, welche Blutlinien verpaart werden, kommt es leider teilweise vor, dass z.B. Geschwister verpaart werden. In guter Absicht werden dann vermeintlich blutsfremde Nachzuchten von unterschiedlichen Züchtern erworben. Da die genauen Zusammenhänge meist nicht mehr nachzuvollziehen sind, gehören die Tiere dann oftmals trotz aller Vorsicht der gleichen Abstammung an. Genau das zu verhindern, ist Ziel der Graptemys Zuchtbücher.

 

Wie funktioniert ein Zuchtbuch? 

Die Zuchtbuchführer geben grundsätzlich keine Befehle, wer welche Tiere besitzen darf. Sondern, es ist alles ganz entspannt und die Zuchtbuchführer geben nur Empfehlungen für geeignete Zusammenstellungen.

 

Die Graptemys Zuchtbücher werden in Zusammenarbeit mit der European Studbook Foundation geführt. Derzeit gibt es für 5 Arten Zuchtbücher und vier Zuchtbuchführer.

Die ESF (European Studbook Foundation) ist eine in den Niederlanden registrierte nichtkommerzielle Organisation, die sich zum Ziel gesetzt hat, Zuchtbücher für Reptilien und Amphibien in die Terraristik einzuführen. 1997 als „Stichting Overkoepelend Orgaan Stamboeken“ gegründet, wechselte sie 2003 zum gegenwärtigen Namen. Ende 2008 wurden von der Organisation über 80 Zuchtbücher geführt, an denen sich Reptilien- und Amphibienzüchter aus ganz Europa beteiligen.

 

Ziele:

  • Erhaltungsmaßnahmen für in Gefangenschaft gehaltene Reptilien und Amphibien, insbesondere solche gefährdeter Arten
  • Führung europäischer Zuchtbücher
  • Durchführung genetisch gesunder Zuchtprogramme
  • Zusammenarbeit mit Wiederansiedlungsprojekten
  • Sammeln, Aufarbeiten und Verbreiten von Kenntnissen über Haltung und Zucht von Reptilien und Amphibien                                                                

(Quelle: Wikipedia)

Die Zuchtbuchführer haben sich einen Überblick verschafft, was noch in Europa vorhanden ist und wo welche Tiere mit der jeweiligen Abstammung sind. Sollten Sie vorhaben, mit Graptemys zu züchten und sind Sie auf der Suche nach geeigneten blutsfremden Tieren, dann wenden Sie sich bitte an die Zuchtbuchführer - diese werden Sie gerne bei dieser nicht ganz einfachen Aufgabe so gut wie möglich unterstützen.

 

Sollten Sie im Besitz einer der unten stehenden Graptemys-Arten sein und wollen Ihre Tiere ins Zuchtbuch eintragen lassen, können Sie sich ebenfalls bei uns melden. Sie haben hierdurch keinerlei Nachteile und helfen langfristig den Bestand und die genetische Vielfalt dieser interessanten Tiere zu erhalten. Ab Sommer 2015 wird das Eintragen des Bestandes auch online auf der Homepage der ESF möglich sein. 

 

Im Sinne der Zukunftschancen für die Gattung Graptemys hoffen wir auf eine gute Zusammenarbeit und natürlich, dass sich möglichst viele Halter und Züchter beteiligen.

Für die anderen Höckerschildkrötenarten gibt es zurzeit keine Zuchtbücher. Es gibt entweder zu wenig Tiere oder Interessenten bei: G. geographica, G. ernsti, G. pulchra und G. versa oder zu viele Tiere und kaum noch Übersicht bei: G. pseudogeographica, G. ouachitensis und G. nigrinoda. Für G. gibbonsi und G. pearlensis wären theoretisch Zuchtbücher sinnvoll. Da wir aber nicht genau wissen, ob es sich bei den Tieren in Europa um artenreine Schildkröten handelt, können wir keine offiziellen Zuchtbücher für die beiden letztgenannten Arten führen. Trotzdem können wir Ihnen vielleicht mit einigen Empfehlungen weiterhelfen.

Zwei Arten bei denen die Lage besonders kritisch ist: Graptemys oculifera und  Graptemys flavimaculata. Diese beiden Arten sind sehr gefragt und bereits sehr oft bei Europäischen Liebhabern vertreten. Die Anzahl der Ursprungstiere ist allerdings überschaubar. Die letzten Wildfänge ihrer Art, sind Mitte der Achtziger nach Europa gelangt.

            © Tina Hahnert, Leo Schober, Günter Kalter & Michael Richter

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Zur Zeit habe ich keine Nachzuchten zum abgeben.